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Immer wieder Alt

Rudolf von Alt, Venedig, Canale Grande-Ufer 1871

Vater und Sohn in der kommenden Hassfurther-Auktion

In Wien sind sie so etwas wie Säulenheilige. Egal, was gerade Mode ist, die Bilder der Mitglieder der Familie Alt sind über jeden Zweifel erhaben. Sie gelten als urwienerisch, auch wenn Vater Jacob 1789 in Frankfurt/Main geboren wurde und erst 1811 als Student nach Wien kam, wo auch seine Söhne Rudolf und Franz zur Welt kamen. Hier wurden sie alle drei berühmt, einzeln und zusammen und für immer. Allein Rudolf, der ewig Neugierige, der 1897 sogar Präsident der Secession war und im selben Jahr in den Adelsstand erhoben wurde, schuf etwa tausend Aquarelle, davon rund hundert zum Thema Stephansdom. Engagement, das von der Kunstgeschichte bedankt wurde und wird. Auch als Biedermeier out war, die Alts waren immer in. Im Kunsthandel und auch in den Museen. Letztes Jahr konnte man das Wissen über die feinsinnige Malerfamilie in der Wiener Albertina vertiefen, wo die Ausstellung „Jacob und Rudolf von Alt im Auftrag des Kaisers“ gezeigt wurde. Der Katalog ist vergriffen, im Netz findet man aber noch Exemplare, wer schnell nachschauen möchte, wird auf www.albertina.at fündig.

Prinzipiell gehen die Alts in jedem Wiener Auktionshaus vor Anker. Regelmäßig etwa bei Hassfurther, wo letztes Jahr Rudolf von Alts wirklichkeitsnahes Aquarell „Die Eisengießerei Kitschelt in der Skodagasse“ versteigert wurde. Bescheiden auf 130.000 € geschätzt, fiel der Hammer bei 235.000 €. Trotz dieser guten Erfahrungen setzt Hassfurther wieder nicht sehr hoch an. In der Auktion „Alte Meister, 19. Jh., Klassische Moderne, Kunst nach 1945, Schwerpunkt: Familie Alt“ sind am 20. Juni wieder zwei hochqualitative Alts im Angebot. „Neuer Markt (Mehlmarkt)“ von Rudolf von Alt wird auf 70.000 € geschätzt (Aquarell, sign., 1836 dat., 28,8 x 37,5 cm). Das Werk ist im Haus Hassfurther nicht fremd. In einer Versteigerung am 4. Dezember 1991 brachte es bereits umgerechnet 120.000 €. Jacob Alts Aquarell „Blick auf Sorrent“ von 1835 ist bei 10.000 € angesetzt. Übermut lässt sich auch hier nicht orten. Wurden doch letztes Jahr 22.000 € für Jacob Alts „Segelboote im Hafen an der Dalmatischen Küste“ von 1835 geboten, das Siebenfache der Taxe.

1835 war ein Schlüsseljahr für die Familie. Damals waren Jacob und Rudolf auf Italienreise. Ein Trip, der für Vater und Sohn von großer Bedeutung war. In Italien, dem bis heute gelobten Land aller Kulturtouristen von Dürer über Goethe bis Jeff Koons, kamen sie mit klassischer Kunst, mit Küstenlandschaften und mit südlicher Lebensweise in Kontakt. Das befreite den Pinselstrich vom streng-barocken Formenkanon und brachte Schwung in die detailverliebten Bilder der Alts. Nachhaltigen Schwung, den sie bis heute auch jeder Auktion verleihen.

Dr. Henriette Horny
© Kunst und Auktionen

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktion 52: Alte Meister, Biedermeier, Klassische Moderne - Familie Alt

Quelle: © Galerie Auktionshaus Hassfurther

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