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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Mit seinen um einige Wochen verschobenen Auktionstagen startet der Wiener Versteigerer im Kinsky in die neue Saison und präsentiert Kunst von der Moderne bis zur Gegenwart

Ein Schaffensprozess



Sergius Pauser, Kind mit Spielzeug, 1926

Sergius Pauser, Kind mit Spielzeug, 1926

Das Wiener Auktionshaus im Kinsky geht in dieser Woche mit seinen ursprünglich für Mitte April geplanten Frühjahrsauktionen an den Start. Den Sammler erwartet Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert meist von österreichischen Malerinnen und Malern. Eines der Highlights ist das Gemälde „Kind mit Spielzeug“ von Sergius Pauser aus dem Jahr 1926. Der damals 30jährige Wiener gab in sachlich-nüchterner Malweise ein am Tisch sitzendes Kind mit seinem bunten Spielzeug wieder. Sein ruhiges, fast maskenartiges Gesicht mit halb geschlossenen Augenlidern korrespondiert mit der großen dunkelbraunen afrikanischen Maske mit aufgerissenen Augen. Im Hintergrund des leicht melancholischen Interieurs stehen einige Bilderrahmen und aufgespannte Leinwände, was auf eine Ateliersituation hindeutet. Mit einer Schätzung von 50.000 bis 90.000 Euro strebt das exzeptionelle Werk den Auktionsrekord für Pauser an.


Auch Rudolf Wacker zählt zu den Vertreter der Neuen Sachlichkeit in Österreich. Doch bei seiner „Gasse“ mit einem rot gekleideten Kind zwischen bröckelnden Bruchsteinmauern und alten Häusern, gemalt 1928 in Lindau, sind sowohl Farben, als auch Pinselführung nervöser, der Einfluss des Expressionismus noch spürbar (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). Für jeweils 35.000 bis 70.000 Euro gehen Anton Faistauers Stillleben mit roten und gelben Blumen in einer Schale von 1926 und Josef Flochs ebenso farbexpressive Ansicht von Wien im Winter aus dem Jahr 1921 an den Start. Norbertine Bresslern-Roth ist die beliebteste Tiermalerin der österreichischen Moderne. In Erinnerung an ihre erste und einzige Fernreise nach Tripolis im Jahr 1928 malte sie im selben Jahr ihre stilisierte „Afrikanische Stadt“ und nahm dabei die Perspektive von fliegenden Kranichen ein, die über dem Häuser- und Menschenmeer des Küstenortes hinwegziehen (Taxe 100.000 bis 200.000 EUR).

Auf zwei Jugendstil-Zeichnungen Gustav Klimts in feinen Linien, darunter einem gebeugt stehenden weiblichen Rückenakt um 1907/08 (Taxe je 35.000 bis 70.000 EUR), antwortet Ernst Nepo mit seinem expressiven nackten Mädchen in einer Linksbeugung von 1922 (Taxe 8.000 bis 16.000 EUR). An Drastik übertrifft beide Leo Putz’ Pastell der „Salome“ von 1930, die halbnackt eben mit dem abgetrennten Kopf des Johannes spielt, während im Hintergrund die Gesellschaft in wohligem Schaudern erstarrt (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR). Mit großen dunklen Augen und nachdenklichem Blick hat Edith Kramer 1941 die Wiener Schauspielerin Elisabeth Neumann-Viertel in leichter Aufsicht eingefangen (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR).

Ein aufschlussreiches Werk für den Arbeitsprozess Henri de Toulouse-Lautrecs ist seine Studie für das berühmte Plakat der „Jane Avril“ von 1893. Ausgangspunkt war eine Werbefotografie der berühmten Tänzerin, von der Toulouse-Lautrec eine Skizze anfertigte und diese mit Nadeln und umgeschlagener Ecke auf einem größeren Plakatbogen fixierte. Auf die leere Stelle kritzelte er dann die Bassgeige mit der Hand, fotografierte dem Entwurf, überarbeitete den Abzug mit grauer Tusche und legte mit Wasser- und Deckfarben noch die genaue Farbstellung für das Plakat fest (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). Aus Frankreich gesellt sich noch Pablo Picasso mit seiner schwarzweißen Lithografie „Venus et l’amour (d’après Cranach)“ in einem Probedruck das Jahres 1949 hinzu (Taxe 18.000 bis 35.000 EUR).

Auch einige Kunstwerke aus der Nachkriegszeit haben Aufnahme in den Katalog „Klassische Moderne“ gefunden, etwa Gustav Hessings in zahlreiche Farbflecken aufgesplitterter „Sitzender Akt“ aus der Mitte der 1950er Jahre (Taxe 25.000 bis 45.000 EUR). Mehr die Fläche und die Strahlkraft der Farben betonte Gerhild Diesner 1958 in ihrem Stillleben mit Obstschale, Zitronen, Zierkürbissen, Lauch, Birnen und Tonkrug auf einem königsblauen Tisch (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR). Ihr folgte 1975 Werner Berg mit seiner einsamen „Frau auf verschneitem Weg“ in einem blauen Winterwald, die ihr Kopftuch fest um das Gesicht gezogen hat und sich auch mit ihrem weiten Umhang gegen die Kälte schützt (Taxe 70.000 bis 140.000 EUR). Als Bildhauer geht noch Fritz Wotruba mit dem Zementguss eines kantigen Frauenkopfs von 1946 für 12.000 bis 24.000 Euro und dem querformatigen Bronzerelief mit neun locker gereihten kubischen Figuren von 1961, einer Studie zu dem zwei Jahre später in Stein ausgeführten „Marburger Relief“, für 15.000 bis 25.000 Euro ins Rennen.

Die Vertreter des Phantastischen Realismus hat das Kinsky zwischen den beiden Auktionstagen aufgeteilt. Während Wolfgang Hutter mit seiner „Promenade“ eines Paares unter einem Sonnenschirm in einer surrealen Geröll- und Berglandschaft mit übergroßen Blumen und absonderlichen Wesen am 4. Mai zum Zug kommt (Taxe 18.000 bis 35.000 EUR), ziert Ernst Fuchs’ „Rast der Ballerina“ von 1970 den Titel des Katalogs zur „Zeitgenössischen Kunst“ am 5. Mai. Die kreuzesgleich über einem Sofa schwebende Nackte mit voluminös lockigem rotem Haar soll 40.000 bis 80.000 Euro eispielen. Sonderbare Welten kreierten zudem Karl Hodina auf dem Tondo einer frühneuzeitlichen Weltlandschaft mit einem kleinen „Schachmeister“, der vor einem Rasenspielbrett alleine sinniert (Taxe 3.500 bis 7.000 EUR), oder Peter Proksch 1979 mit seinem von Pflanzen überwucherten Gesichtsfelsen unter den Titel „Der Quell“, an dem sich noch architektonische Versatzstücke der Gotik und ein geflügelter Mensch treffen (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR).

Sonst herrscht oft bei der „Zeitgenössischen Kunst“ die Abstraktion vor, etwa schon 1953, als Arnulf Rainer seine Proportionsstudie „kalt, nüchtern und konzentriert auf die Gleichgewichtigkeit der Form“ in horizontalen Farbbalken aufs Papier brachte (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR). Von einem waagrechten Gestaltungswillen sind zudem Eduard Angelis überraschend regungslose „Wellen“ vor einem weiten blockhaften Meer von 2020 (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR) und Esther Stockers fragmentierter Strichcode einer schwarz-grau-weißen Diagonalstruktur von 1997/98 geprägt (Taxe 7.000 bis 14.000 EUR). Dagegen betont Markus Prachensky die Vertikale, die er in seinem Gemälde „Campania Shuffle“ von 1993 auf einen dicken Balken in Braun und Violett (Taxe 20.000 bis 40.000 EUR) und in „Hongkong Ramble“ von 2000 auf ein Dreieck treffen lässt (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR). Für eine monochrome Silberfarbe hat sich Jakob Gasteiger 2017 bei seiner Leinwand „25.11.2017“ entschieden und sie durch ein welliges, mit dem Kammspachtel aufgetragenes Furchenmuster belebt (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR).

Heinz Mack evozierte 1997 mit bunten, fast exakt geordneten Punkten in Pastellkreide einen „Tanz der Farben“ (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR) oder zerlegte die Farbwerte die Lichts 1994 auf einer Leinwand in Quadrate mit dominierendem Blau (Taxe 20.000 bis 40.000 EUR). Auf den Gehalt der Farbe setzten zudem Hubert Scheibl bei seinem hochrechteckigen Gemälde von 1990/91, das wie ein grünes Moosfeld wirkt und von einem türkisgrünen Streifen abgeschlossen wird (Taxe 18.000 bis 30.000 EUR), und Herbert Brandl in seiner rot-violetten Erinnerung an eine Landschaft bei Sonnenuntergang von 2003 (Taxe 25.000 bis 45.000 EUR). Einen Schritt weiter in Richtung Konzeptkunst und Analytischer Malerei ging Heimo Zobernig bei seinem unikaten Siebdruck „YCMK“ von 2000, der mit der Buchstabenfolge humorvoll das subtraktive CMYK-Farbmodell umspielt (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR).

Aber auch die figurative Kunst kommt zu ihrem Recht, etwa bei Walter Navratil, der 1973 seine erschreckende Vision vom „Tod des Papstes“ mit drei Särgen samt Würdenträgern malte (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR). Die einzige Aussparung auf einer titellosen schwarzen Leinwand von Franz Graf aus dem Jahr 1991 ist ein weißer Ring mit einem Kranz aus schwarzen Händen. Ebenfalls auf Schwarz-, Weiß- und Grauwerte greift Michaela Spiegel 2020 bei ihrer fotorealistisch verschwommenen Pastellzeichnung „Succulents“ zurück und lässt als engagierte Feministin die beiden stacheligen Kakteen wie männliche erigierte Penisse aufragen (Taxe je 6.000 bis 10.000 EUR). Eine verwirrende Situation erzeugt Lois Renner ins seiner konstruierten Fotografie „Wien“ von 1998 und hat dafür ein komplexes Interieur inszeniert (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR). Bis auf Karl Prantls flachen „Stein zur Meditation“ aus tauerngrünem Serpentin von 1982 gibt sich die Skulptur meist gegenständlich (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR). So hat Oskar Höfinger 1966/92 eine „Sambatänzerin“ in seiner lebensgroßen Bronze bewegt kubistisch abstrahiert (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR), und Bruno Gironcoli lässt in seinem technoiden Aluminiumguss mehrere „Köpfe“ auf beweglichen Stangen hin- und herschaukeln (Taxe 18.000 bis 38.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 4. Mai um 16 Uhr mit der „Klassischen Moderne“ und wird am 5. Mai zur gleichen Uhrzeit mit der „Zeitgenössischen Kunst“ fortgeführt. Die Kataloge sind im Internet unter www.imkinsky.com abrufbar.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

Freyung 4

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

Telefon:+43 (01) 532 42 00

E-Mail: office@imkinsky.com



03.05.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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