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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Bei den „Decorative Arts“ von Koller in Zürich hielten sich die Käufer oft bei hochpreisigen Möbeln und Silberwaren zurück, rissen sich aber um die Porzellane

Weißes Gold



Johann Friedrich Spindler, Paar Kommoden, Potsdam um 1765

Johann Friedrich Spindler, Paar Kommoden, Potsdam um 1765

Betrachtet man die Entwicklung der Auktionsergebnisse auf dem klassischen Möbel- und Einrichtungsmarkt während der letzten zehn bis fünfzehn Jahre, stellt man eine gewisse Zurückhaltung bei hochpreisigen Stücken fest. Sechsstellige oder gar Millionenbeträge sind eher eine Seltenheit. Dafür müssen schon exzeptionelle Möbel her, die dann auch mit einem prominenten Künstlernamen oder einer erlesenen Provenienz verbunden sind. Das Auktionshaus Koller konnte auf seiner letzten Versteigerung mit beidem aufwarten: Für 180.000 Franken wechselte ein Paar prachtvoll intarsierter Rokoko-Kommoden den Besitzer, die um 1765 in der Potsdamer Werkstatt Johann Friedrich Spindlers entstanden. Die mit Blumen, bukolischen Landschaften und vergoldeten Bronzeapplikationen geschmückten Möbel befanden sich unter anderem im Besitz der Grafen Reuss zu Köstritz und später des Unternehmers Max Emden. Ihren Wert hatte Koller im Vorfeld mit 150.000 bis 250.000 Franken veranschlagt.


Die mäßige Nachfrage hat natürlich auch Einfluss auf das Verhalten der Einlieferer. Denn wirklich hochpreisige Stücke waren auf der Zürcher Auktion am 25. März gar nicht zu haben; eine zweitürige Transiton-Kommode Roger Vandercruses um 1775 fand keinen Abnehmer (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR), zwei spätklassizistische Konsolen wohl nach Entwurf Dominique Daguerres in der Art Adam Weisweilers erst im Nachverkauf für 35.000 Franken (Taxe 60.000 bis 100.000 SFR). Bei den älteren Möbeln waren daher 28.000 Franken für die Mitte des 18. Jahrhunderts datierte Rokoko-Kommode eines unbekannten Genueser Ebenisten mit auffallendem kleeblattartigem Marketeriebild (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR) und 24.000 Franken für ein etwa gleichzeitiges Werk von Matthäus Funk aus Bern mit für ihn typischer Bronzezier schon die nächsthöheren Zuschlagspreise (Taxe 18.000 bis 32.000 SFR). Erst bei einer komplett abgesetzten Suite von zwanzig Einrichtungsgegenständen des Pariser Art Déco, vor allem von Jules Leleu, zogen die Preise unerwartet heftig an, bis zu 38.000 Franken für einen runden Esszimmerzisch samt zwölf Stühlen (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR).

Aus dem reichhaltigen Angebot an Uhren pickten sich die Bieter zunächst zwei Arbeiten aus dem 16. Jahrhundert heraus: eine farbig gefasste Eisenuhr mit Mondphase aus dem südwestdeutschen, vielleicht auch elsässischen Raum in Form eines kleinen Glockentürmchens mit den Köpfen eines Königspaares als Stundenrufer für 30.000 Franken (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR) und gleich darauf eine quaderförmige Tischuhr mit Wecker. Für das Werk aus Süddeutschland oder der Schweiz, dessen vergoldete Wandung mit Jagdszenen geschmückt ist, lag der Zuschlag mit 19.000 Franken rund dreimal so hoch wie die Schätzung. 35.000 Franken erzielte ein skelettierter Tischregulator im typischen Design der Zeit um 1800/10 mit einem Werk von Ferdinand Berthoud oder seines Neffen Pierre-Louis Berthoud (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR), 70.000 Franken eine stilistisch ähnliche Empire-Arbeit der Firma Breguet aus Paris in rechteckigem Mahagoni-Gehäuse (Taxe 50.000 bis 80.000 SFR). Höhepunkt bei den Uhren hätte eine Pariser Pendule von circa 1780 in Gestalt einer Vase, die von zwei Schwänen getragen wird, auf einem zylindrischen Sockel mit tanzenden jungen Frauen und Amorknaben werden sollen. Doch für die Arbeit, die teilweise auf Ideen des Architekten Charles de Wailly zurückgeht, interessierte sich bei 100.000 bis 150.000 Franken niemand.

Zurück ins Depot mussten auch ein klassizistisches französisches Barometer aus der Zeit um 1790 (Taxe 35.000 bis 55.000 SFR) oder ein Paar Girandolen von Pierre Gouthière um 1770/80, deren vergoldete Lichtarme in Form filigraner Blütenzweige von braun patinierten Satyrkindern getragen werden (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR). Ein schwerer Deckenleuchter aus vergoldeter Bronze, um 1700/10 in der Werkstatt André-Charles Boulles mit Frauen- und Bacchusbüsten gefertigt, kam wenigstens auf 28.000 Franken (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR). Keinen Anklang fanden zudem die bedeutenden Silberwaren von Hamburger Meistern, darunter der Deckelhumpen Hanss Lambrechts III. von 1642 mit tiefen Reliefs mythologischer Szenen (Taxe 90.000 bis 140.000 SFR) oder der einen halben Meter hohe Münzpokal Heinrich von Dorts um 1681/88 (Taxe 80.000 bis 140.000 SFR).

Dass die Schweizer dann doch fast Dreiviertel der Offerte verkaufen konnte, lag an den begehrten Keramik- und Porzellanstücken, die sich derzeit auch über die Koller-Auktion hinaus auf einem Nachfragehoch befinden. Dazu zählte etwa eine achtseitige Meißner Teekanne aus Böttgersteinzeug von Johann Jakob Irminger um 1710 für 80.000 Franken (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR). Die renommierte Porzellansammlung von Siegfried Ducret hatte etwa noch ein Meißner Kendi, ein fernöstliches Gefäß mit rundlichem Körper, langgezogenem Hals und einem Ausguss an der Schulter nach chinesischem Vorbild zu bieten, das im vergangenen September bei 5.000 bis 7.000 Franken liegenblieb, nun mit 3.000 bis 4.000 Franken angeboten war, diesmal aber auf 7.000 Franken zulegte. Erfolgreich mit Ducret-Provenienz starteten weiterhin Johann Joachim Kändlers und Peter Reinickes Modell eines Stadthauses aus dem „Holländischen Dorf“ für Heinrich von Brühl bei 24.000 Franken (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR) oder ein Jägerpaar beim Traubenessen aus der Würzburger Porzellanmanufaktur bei 6.000 Franken (Taxe 2.000 bis 3.000 SFR).

Meißen und Ducret reüssierten auch mit einem prachtvollen Deckelkrug aus den frühen 1720er Jahren, dessen Wandung Johann Gregorius Höroldt mit einer eleganten Figurenstaffage vor höfischer Kulisse geschmückt hat, bei 74.000 Franken (Taxe 18.000 bis 22.000 SFR). Auf 84.000 Franken verdoppelten sich zwei naturalistische Pirole in einer Ausführung der 1740er Jahre von Johann Gottlieb Ehder und Peter Reinicke nach einem etwas älteren Kändler-Modell. 17.000 Franken gab es für Kändlers balzenden Pfauenhahn mit großem Rad um 1741 (Taxe 11.000 bis 13.000 SFR), 22.000 Franken für eine weiße Vierkantflasche aus der Wiener Manufaktur Claudius Innocentius du Paquier mit dem ungewöhnlichen Motiv reliefierter Hunde samt Kelch oder Papageien über den Köpfen (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR).

Beim russischen Kunsthandwerk schoss ein kleiner Kowsch aus dem frühen 20. Jahrhundert, der wie der wohl nicht zugehörige Löffel mit farbenfrohem floralem Cloisonné-Email verziert war, von 600 Franken auf 7.500 Franken. Bei den Teppichen, die mit gut 76 Prozent ebenfalls eine hohe losbezogene Verkaufsrate verbuchen konnten, siegten ein Isfahan mit rotem Zentralmedaillon auf weißem Grund, Blumenranken und hellblauen Ecklösungen, signiert mit „Made for Seirafian“, bei 23.000 Franken (Taxe 5.000 bis 8.000 SFR) und ein antiker Täbris mit dunkelgrünem Innenfeld und zahlreichen Blüten sowie Palmetten in Pastellfarben für 40.000 Franken (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



26.04.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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25.03.2021, Möbel, Porzellan & Dekoration - Teppiche

Bei:


Koller Auktionen AG

Bericht:


Kommoden von der Insel

Kunstwerk:

Johann Jakob Irminger, Teekanne, um 1710
Johann Jakob Irminger, Teekanne, um 1710

Kunstwerk:

wohl Pierre-Louis Berthoud, Astronomischer Tischregulator, Paris um 1800/10
wohl Pierre-Louis Berthoud, Astronomischer Tischregulator, Paris um 1800/10

Kunstwerk:

Johann Joachim Kändler, Pfau, um 1741
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Kunstwerk:

Johann Joachim Kändler, Paar Pirolen, um 1733/34
Johann Joachim Kändler, Paar Pirolen, um 1733/34

Kunstwerk:

Matthäus Funk, Kommode, Bern um 1750/55
Matthäus Funk, Kommode, Bern um 1750/55

Kunstwerk:

wohl Dominique Daguerre, Paar Konsoltische, Paris 19.
 Jahrhundert
wohl Dominique Daguerre, Paar Konsoltische, Paris 19. Jahrhundert







Abraham-Louis Breguet, Tischregulator, Paris, um 1810

Abraham-Louis Breguet, Tischregulator, Paris, um 1810

Taxe: 50.000 - 80.000 SFR

Zuschlag: 70.000,- SFR

Losnummer: 1217

Johann Jakob Irminger, Teekanne, um 1710

Johann Jakob Irminger, Teekanne, um 1710

Taxe: 15.000 - 25.000 SFR

Zuschlag: 80.000,- SFR

Losnummer: 1039

Jules Leleu, Stehlampe, um 1925

Jules Leleu, Stehlampe, um 1925

Taxe: 1.500 - 2.000 SFR

Zuschlag: 14.500,- SFR

Losnummer: 1257

Matthäus Funk, Kommode, Bern um 1750/55

Matthäus Funk, Kommode, Bern um 1750/55

Taxe: 18.000 - 32.000 SFR

Zuschlag: 24.000,- SFR

Losnummer: 1136

wohl Dominique Daguerre, Paar Konsoltische, Paris 19. Jahrhundert

wohl Dominique Daguerre, Paar Konsoltische, Paris 19. Jahrhundert

Taxe: 60.000 - 100.000 SFR

Zuschlag: 35.000,- SFR

Losnummer: 1204

Johann Joachim Kändler, Pfau, um 1741

Johann Joachim Kändler, Pfau, um 1741

Taxe: 11.000 - 13.000 SFR

Zuschlag: 17.000,- SFR

Losnummer: 1062

Jules Leleu, Paar Barschränke, um 1925

Jules Leleu, Paar Barschränke, um 1925

Taxe: 5.000 - 8.000 SFR

Zuschlag: 18.000,- SFR

Losnummer: 1275

wohl Pierre-Louis Berthoud, Astronomischer Tischregulator, Paris um 1800/10

wohl Pierre-Louis Berthoud, Astronomischer Tischregulator, Paris um 1800/10

Taxe: 25.000 - 35.000 SFR

Zuschlag: 35.000,- SFR

Losnummer: 1205

Jules Leleu, Runder Esszimmertisch mit zwölf Stühlen, um 1925

Jules Leleu, Runder Esszimmertisch mit zwölf Stühlen, um 1925

Taxe: 4.000 - 6.000 SFR

Zuschlag: 38.000,- SFR

Losnummer: 1274

Johann Joachim Kändler, Paar Pirolen, um 1733/34

Johann Joachim Kändler, Paar Pirolen, um 1733/34

Taxe: 40.000 - 45.000 SFR

Zuschlag: 84.000,- SFR

Losnummer: 1065




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