Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 03.07.2021 Auktion 287 'Europäisches Glas und Studioglas'

© Auktionshaus Dr. Fischer - Heilbronn

Anzeige

Danae / Heinz Kreutz

Danae / Heinz Kreutz
© Döbele Kunst Mannheim


Anzeige

Nautiluspokal / Franz von  Stuck

Nautiluspokal / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

ohne Titel / Günther Uecker

ohne Titel / Günther Uecker
© Galerie Luther


Anzeige

Sauwetter am Stachus mit Nornenbrunnen im winterlichen München / Otto Pippel

Sauwetter am Stachus mit Nornenbrunnen im winterlichen München / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack

Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
helmut-dirnaichnerl.kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Das Publikum beim Heilbronner Versteigerer Fischer wirbelte in Glasauktion so einiges durcheinander und entdeckte unerwartete Schätze

Kristalle für den künstlerischen Objektivismus



Krautstrunk, Rheinland, um 1520

Krautstrunk, Rheinland, um 1520

Der „Krautstrunk“ ist für unsere heutige Zeit schon ein besonderes Gefäß. Der Becher mit seinen aufgeschmolzenen klobigen Nuppen meist aus blaugrünem Waldglas war im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit häufig im Gebrauch. Dann geriet er aus der Mode, wurde vom Berkemeyer, einem Vorläufer des Römers, abgelöst und landete oft im Müll. Dass der Abfall früherer Generationen heute nicht zuletzt aufgrund seiner Seltenheit mitunter außerordentlich kostbar ist, konnte das Heilbronner Auktionshaus Fischer wieder einmal konstatieren. In seiner letzten Auktion hatte es einen Krautstrunk von etwa 1520 im Angebot, der laut Einlieferer bei Straßenarbeiten in den 1950er Jahren in der Nähe von Speyer gefunden wurde. Der bläulich-grüne, leicht bauchige Becher mit seinen alternierend zwei oder drei Nuppenreihen war beinahe perfekt erhalten und daher auch mit 12.000 bis 18.000 Euro hoch angesetzt. Doch dabei blieb es nicht. Die Interessenten katapultierten den rheinischen Becher auf 26.000 Euro hoch.


Altes Glas

Rund 80 Jahr jünger war ein zylindrischer farbloser Nuppenbecher auf drei kleinen dunklen Beerenfüßchen aus Deutschland oder den Niederlanden. Auch ihn nahmen die Bieter bei einer Wertentwicklung von 700 Euro auf 1.900 Euro mit. Gut schnitt zudem ein farbenfroh gesprenkeltes Maigelein aus Frankreich oder den Niederlanden um 1600 bei 13.000 Euro ab (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR), während ein farbloses hohes deutsches Passglas des 17. Jahrhunderts für 6.000 bis 7.000 Euro und sein kleineres Pendant eines Bandwurmglases für 3.000 bis 3.500 Euro passen mussten. Mehr Kauffreude kam bei einem gleichaltrigen, elegant ausgearbeiteten Pokal aus Venedig oder den Niederlanden mit einem Hohlschaft samt drei Kugelnodi bei 1.600 Euro auf (Taxe 800 bis 1.200 EUR). Aus einer alpenländischen Sammlung mit meist farbigen Glaswaren des 17. und 18. Jahrhunderts nahmen die Kunden eine hellbraune Rechteckflasche für 3.300 Euro mit (Taxe 2.200 bis 2.500 EUR), ließen aber die teurere birnförmige Warzenflasche aus kobaltblauem Glas bei 6.500 bis 7.500 Euro liegen.

Insgesamt konnte Fischer am 20. März rund 60 Prozent der gut 800 Positionen an Glasobjekten von der Antike bis zur Gegenwart absetzen und nahm damit brutto gut 510.000 Euro ein. Nicht soviel Glück war dem Heilbronner Versteigerer mit den Stücken aus der renommierten Kollektion des 2005 verstorbenen Patentanwalts Wolf-Horst Röhl beschieden. Bei den teuersten Gläsern, einem diamantgestippten Kelchglas des Graveurs David Wolff mit dem Portrait des niederländischen Aufklärers Hugo de Groot von 1785 und einem aufwändigen Deckelpokal des in Amsterdam tätigen Graveurs Jacob Sang zur einer Silberhochzeit im Jahr 1759 (Taxen je 40.000 bis 60.000 EUR), kamen nur untertourige Vorbehaltszuschläge von 25.000 Euro beziehungsweise 35.000 Euro zusammen. Der schlesische Pokal mit dem Allianzwappen derer von Wallenberg und Knobelsdorff aus der Hand Friedrich Winters um 1709 erreichte dagegen seine obere Erwartung von 15.000 Euro. Ein Hochzeitspokal, in den Anton Wilhelm Mäuerl um 1720 ein Liebespaar mit zwei Hunden in einem Schlosspark und zwei durch ein Band verknüpfte Herzen geschnitten hat, machte sich bei 6.500 Euro davon, ein Pokal aus dem Riesengebirge mit erotischer Fischerszene und entsprechendem Reim bei 4.000 Euro (Taxe je 4.000 bis 6.000 EUR).

Glas des 20. Jahrhunderts

Auch beim Jugendstil und Art Déco war der Kaufwille geteilt, Höherpreisiges blieb zuweilen liegen, etwa zwei Vasen der Daum Frères von 1900/20 mit floralen Motiven nach Henri Bergé oder Emile Wirtz für Schätzungen zwischen 4.500 und 8.000 Euro. Eine zylindrische grüne Vase von Désiré Christian mit Früchten und Blättern der Eiche in einem Silberfuß spielte 2.500 Euro ein (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR), die Vase „Paysage Lacustre“ der Muller Frères mit einer Auenlandschaft samt Fischer in diesiger Morgenstimmung 1.400 Euro (Taxe 1.400 bis 1.500 EUR), ihre gelbe Vase mit stilisierter springender Gazelle 1.100 Euro (Taxe 400 bis 600 EUR). Auf diesen Wert kletterte zudem eine Stangenvase von etwa 1915, die bei Legras & Cie in St. Denis mit Anemonen und einer Bordüre der Weinrose fein bemalt wurde (Taxe 180 bis 250 EUR). Für Georges Desprets formgeschmolzene Plastik eines sich nach oben streckenden Fisches mit aufgerissenem Maul in Orange und Dunkelviolett lag der Zuschlag nochmal um 100 Euro höher (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR).

Den preislichen Höhepunkt beim Jugendstil markiert die Vase „Metallgelb Phänomen Gre „2/314“ der Manufaktur Johann Lötz Witwe um 1902 mit gelbem Unterfang, braunvioletten Auflagen samt silbergelben Fäden, die zu Zungen nach unten ausgezogen sind, und kräftigen Tupfen in Silbergelb. Sie generierte gute 11.500 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Marey Beckert-Schiders Vasenentwurf mit einem energischen Zackendekor und schematisierten Blüten in Schwarz-Blau-Weiß musste sich mit einem Vorbehalt bei 4.000 Euro zufriedengeben (Taxe 4.500 bis 5.500 EUR). Eine sichere Zusage erhielt dann der massige farblose Deckelpokal von Otto Prutscher bei 2.400 Euro, der 1915 in der böhmischen Glasmanufaktur Carl Schappel produziert wurde (Taxe 1.500 bis 1.800 EUR).

Murano und Studioglas

Nochmal in die Fünfstelligkeit ging es bei den Erzeugnissen aus Murano mit Carlo Scarpas dunkelvioletter Vase „Corroso“ um 1938 und ihren dicken Einkerbungen und irisierter Oberfläche, die bei 19.000 Euro das Publikum begeisterte (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Die meisten Positionen hielten sich sonst an die Vorgaben, etwa Vittorio Zecchins rote Vase „Libellula“ um 1921 mit großem Tellerfuß und weit ausgreifenden Henkeln bei 1.200 Euro oder Ercole Baroviers farbloses Exemplar mit wellenförmig aufgereihten Applikationen um 1937 bei 2.000 Euro. In diese Zeit datiert auch die ausladende Fußschale „Soffiato“, die bei Zecchin-Martinuzzi um 1930 aus rauchbraunem Glas mit violettem Kugelnodus hergestellt wurde und bei 3.500 Euro ihre obere Schätzgrenze traf. Schon kein Gebrauchsgegenstand mehr ist Mario Bellinis nun 3.400 Euro teure Tazza von 1992 aus der Serie „Sogni infranti“, also „Zerbrochene Träume“, mit den wilden Applikationen aus farbigen Glasfragmenten (Taxe 3.400 bis 3.800 EUR), ebenso Ettore Sottsass’ zweiteiliges rundes Glasobjekt in Türkis und Dunkelblau aus der Serie „Puzzle“ von 2003, das sich mit 1.200 Euro über den Erwartungen von 700 bis 900 Euro platzierte.

Damit war dann schon letzte Abteilung der Auktion angebahnt: Das Studioglas mit seinen abstrakten, häufig auch skulpturalen Schöpfungen. Gute Ergebnisse erzielten etwa der „Blue Fan“ des ungarischen Glaskünstlers László Lukácsi für 7.000 Euro (Taxe 1.700 bis 1.800 EUR) oder das Spiralobjekt der Japanerin Niyoko Ikuta von 1987 für 3.000 Euro, die mit den kleinen hellgrünen und versetzt übereinander geschichteten Glasplättchen den Rhythmus der Jazzmusik einfangen will (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR). Überzeugen konnten auch Mary Ann Zynskys Fächerschale „Harlekin“ von 1989 aus feinen, selbstgezogenen und verschmolzenen Glasfäden, die an das Gewand eines Harlekins erinnern, bei 6.000 Euro (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR) oder Dale Chihulys zylindrische Vase „Navajo Blanket Cylinder“, inspiriert von der Webkunst des Indianerstamms, aus der Mitte der 1970er Jahre bei 5.000 Euro (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR).

Für Dosenliebhaber gab es Jack Inks dreieckige grüne Variante von 1986 mit blauen Farbverläufen für 1.400 Euro (Taxe 1.200 bis 1.400 EUR) oder Kyohei Fujitas sechseckige dunkelblaue Ausführung „Kazaribako“ mit Farbkröseln in opakem Blau und Weiß sowie gerissener Gold- und Platinfolienaufschmelzung für 6.500 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Klaus Moje freute sich über 3.900 Euro für seine Mosaikvase aus hellrotem zylindrischem Schaft und grauen gestreiften Plättchen auf dem Kugelbauch von 1995 (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR) und 3.500 Euro für seinen Teller von 1988 in gleicher Technik, aber farbenfroher Gestalt (Taxe 3.500 bis 4.500 EUR). Concetta Masons zweiteilige kugelförmige Plastik „Sedimentation“ von 1992 schloss taxkonform bei 1.500 Euro ab. Auch wenn es sich etwas bescheiden musste, fuhr Bodo Sperlings Kristallbild „Pink 1820“ mit 30.000 Euro den Tageshöchstpreis ein. Auf dem Preisschild seiner Arbeit aus der konzeptuellen Serie „Objectivism Art“ waren aber immerhin 46.000 bis 50.000 Euro verzeichnet.

Die Ergebnisse versehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Trappensee-Schlösschen

DE-74074 Heilbronn

Telefax:+49 (07131) 15 55 720

Telefon:+49 (07131) 15 55 70

E-Mail: info@auctions-fischer.de



15.04.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 33

Seiten: 1  •  2  •  3  •  4

Events (1)Adressen (1)Kunstsparten (4)Stilrichtungen (8)Berichte (1)Kunstwerke (17)Künstler (1)

Veranstaltung vom:


20.03.2021, 285. Auktion: Europäisches Glas & Studioglas

Bei:


Heilbronner Kunst- und Auktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Kunstsparte:


Glas

Kunstsparte:


Vasen

Kunstsparte:


Skulptur

Kunstsparte:


Murano

Stilrichtung:


Murano-Glas

Stilrichtung:


Glas des 20. Jahrhunderts

Stilrichtung:


Art Déco







Mario Bellini, Tazza „Sogni infranti“, 1992

Mario Bellini, Tazza „Sogni infranti“, 1992

Taxe: 3.400 - 3.800 EURO

Zuschlag: 3.400,- EURO

Losnummer: 614

Klaus Moje, Mosaikvase, 1995

Klaus Moje, Mosaikvase, 1995

Taxe: 4.000 - 5.000 EURO

Zuschlag: 3.900,- EURO

Losnummer: 748

Anton Wilhelm Mäuerl, Hochzeitspokal, um 1720

Anton Wilhelm Mäuerl, Hochzeitspokal, um 1720

Taxe: 4.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 6.500,- EURO

Losnummer: 184

Carlo Scarpa, Vase „Corroso“, um 1938

Carlo Scarpa, Vase „Corroso“, um 1938

Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 19.000,- EURO

Losnummer: 605

Friedrich Winter, Pokal mit Allianzwappen der Familien Wallenberg und Knobelsdorff, um 1709

Friedrich Winter, Pokal mit Allianzwappen der Familien Wallenberg und Knobelsdorff, um 1709

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 204

Klaus Moje, Mosaikteller, 1988

Klaus Moje, Mosaikteller, 1988

Taxe: 3.500 - 4.500 EURO

Zuschlag: 3.500,- EURO

Losnummer: 749

Maigelein, Frankreich oder Niederlande, um 1600

Maigelein, Frankreich oder Niederlande, um 1600

Taxe: 2.000 - 3.000 EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

Losnummer: 36

Vittorio Zecchin, Vase „Libellula“, um 1921

Vittorio Zecchin, Vase „Libellula“, um 1921

Taxe: 1.200 - 1.300 EURO

Zuschlag: 1.200,- EURO

Losnummer: 604

Jacob Sang, Deckelpokal zur Silberhochzeit von Jan Westendorp und Sara van Wijlick, 1759

Jacob Sang, Deckelpokal zur Silberhochzeit von Jan Westendorp und Sara van Wijlick, 1759

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 35.000,- EURO

Losnummer: 219

Vase mit Eichenzweigen, Désiré Christian & Sohn, Meisenthal um 1899/1907

Vase mit Eichenzweigen, Désiré Christian & Sohn, Meisenthal um 1899/1907

Taxe: 2.500 - 3.000 EURO

Zuschlag: 2.500,- EURO

Losnummer: 427

László Lukácsi, Blue Fan

László Lukácsi, Blue Fan

Taxe: 1.700 - 1.800 EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

Losnummer: 721

Mary Ann Zynsky, Fächerschale „Harlekin“, 1989

Mary Ann Zynsky, Fächerschale „Harlekin“, 1989

Taxe: 6.000 - 7.000 EURO

Zuschlag: 6.000,- EURO

Losnummer: 732




Copyright © '99-'2021
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce