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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Die Internationalen Tage Ingelheim haben trotz Corona-Krise eine Ausstellung zu Paul Klee auf die Beine gestellt und widmen sich den vieldeutigen Tierwelten des Deutschschweizers

Im Licht der Tiere



Paul Klee, Das Lamm, 1920

Paul Klee, Das Lamm, 1920

„Zwei Berge gibt es, auf denen es hell ist und klar, den Berg der Tiere und den Berg der Götter. Dazwischen aber liegt das dämmerige Tal der Menschen“. Das schrieb Paul Klee 1904 in sein Tagebuch und tat damit seine Sicht auf die Schöpfung kund. Während die Fauna, die er mit dem Göttlichen auf eine Stufe stellt, in der lichten Höhe lebt, muss sich der Mensch mit einer fahlen glanzlosen Niederung begnügen. Diese Wertschätzung für die Tierwelt spiegelt sich auch in Klees Schaffen wider. Der 1879 in Münchenbuchsee bei Bern geborene Maler hat intensiv über das Wesen von Tier und Mensch nachgedacht und ihre Eigenheiten in seiner Kunst kritisch und amüsant kommentiert. Die wohl bekannteste Tierdarstellung in seinem Werk ist das „Urchs“, das Klee erfand. Dem Mischwesen aus Ochs und dem Ur ist in der Ausstellung „Paul Klee. Tierisches“ im Kunstforum Altes Rathaus in Ingelheim am Rhein ein eigener Raum gewidmet. Schon hier zeigt sich, wie der geniale Zeichner auf hintergründige und heitere Weise seinen Bildern von Tieren, Bastarden und Mischwesen Menschliches und den Menschen Tierisches einhaucht und dem Betrachter damit einen Spiegel seines Tuns vorhält, um dessen Wahrnehmungen im Blick auf die Tiere in eine neue Richtung zu lenken.


Die Ausstellung, die im Rahmen der 61. Internationalen Tage Ingelheim läuft, war eigentlich für das Frühjahr geplant. Doch die Corona-Pandemie hat dem einen Riegel vorgeschoben. Die Schweizer Kuratorin Myriam Dössegger vom Zentrum Paul Klee in Bern und der Leiter der Ingelheimer Kulturtage, Ulrich Luckhardt, freuen sich darüber, dass das anspruchsvolle Projekt nun unter Corona-Bedingungen laufen kann. Paul Klee, einer der einflussreichen Vertreter der klassischen Moderne, legte im Laufe seines Lebens eine beachtliche Karriere als Künstler hin, aber auch als Lehrer am Bauhaus in Weimar und in Dessau und später als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie war er erfolgreich. Bei seinen Tiermotiven spielte die Katze, wie auch in seinem Privatleben, eine herausragende Rolle. Immer wieder hat er sie auf Papier gebannt, abstrakt und scharf beobachtet: Den „Katzen-Lümmel“, den „Kater als Stier“ oder „Suri“ seine Hauskatze. Private Fotos seiner Katzenwelt ergänzen diese Werke in der Ingelheimer Schau. Das Pendant zur Katze ist der Hund. Klee zeichnete im Stil eines Comics ein Herrchen, das auf seinen Hund einspricht, und nannte das Werk nicht ohne Hintersinn „Ein Mann predigt seinem Hund“.

Klee war einer der seltenen Künstler, die mit ihren Bildtiteln dem Betrachter Hinweise zur Bedeutung des Werkes mitgaben. Sie wirken wie humorvolle Kommentare zum vielschichtigen Verhältnis von Mensch und Tier, sind ironische Hinweise der unterschiedlichen Lebenswelten oder spielen auf politische Umstände an. In seinen spontanen, von kurvigen oder eckigen Linien bestimmten Tierwelten hat er sein vielfältiges Universum geschaffen. Im Raum „Tiergarten“, einem von fünf Themenwelten im Ingelheimer Rathaus, läuft man vom Elefant bis zur „Studie eines greisen Dromedars“ oder zum „Höheren Vogel“: Klee malte sie alle. Vögel haben einen besonderen Stellenwert bei ihm. Paul Klee war fasziniert von ihrem Flug als freier Bewegung im dreidimensionalen Raum. Im Ersten Weltkrieg dokumentierte er Flugzeugabstürze, während er in einer Fliegerschule eingesetzt war. Klee erfand Vogel-Flugzeug-Hybriden, die er im Sturzflug zeichnete. Der belgische Künstler Panamarenko, 1940 geboren, in dem Jahr, als Klee starb, wurde durch seine Fantasieflugobjekte berühmt, in denen Vogelkörper mit Motoren kombiniert sind – eine würdige Fortführung des großen Vordenkers. Die Vögel, Teil des Spätwerks von Klee, führen den Betrachter zur betrügenden Gans, zum behäbigen Fischräuber und von dort zu Fischen, die „Rob“, „Beret“ oder „Fet“ heißen und mit großer Nase und breiten Lippen vor sich hin grinsen.

In seinem letzten Lebensjahr widmete sich Klee dem „Urchs“. Es gibt eine Anekdote, dass das Fabelwesen nach einer unglücklich verlaufenen Begegnung mit Pablo Picasso entstanden sei. Manche Darstellungen erinnern lebhaft an den von Picasso immer wieder zitierten Minotaurus. Das Mischwesen auf zwei Beinen mit menschlichem Körper und Stierkopf war Picassos „alter ego“. Dem stellte Paul Klee seine drolligen „Urchse“ entgegen, die so schwerfällig und behäbig daher kommen. Der naiv-kindliche Zeichenstil verleiht ihnen dabei eine berührende Leichtigkeit und Komik, die sich grundsätzlich von der Dramatik und Sinnlichkeit Picassos unterscheidet. Da in der Bezeichnung „Urchs“ auch das Wort „urchig“, Berndeutsch für „urig“, steckt, ist diese Serie mit diesem einen Begriff beschrieben. Die 110 Arbeiten in Ingelheim wurden mit dem Paul Klee Zentrum in Bern zusammengestellt, wo eine ähnliche Ausstellung 2018/19 schon einmal gezeigt wurde. Die Bilder hängen alle auf einer Höhe von 145 Zentimetern, anstatt der üblichen 150 Zentimeter, denn diese Ausstellung ist für Kinder ebenso amüsant wie für Erwachsene. Endlich mal wieder gute Laune und entspannte Gesichtszüge, auch wenn man sie unter der Maske nur erahnen kann.

Die Ausstellung „Paul Klee. Tierisches“ ist bis zum 8. November zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis freitags von 11 bis 18 Uhr, samstags, sonntags und feiertags von 11 bis 17 Uhr. Da nur 40 Besucher gleichzeitig ins Rathaus dürfen, müssen Zeitfenstertickets erworben und telefonisch oder per Email vorbestellt werden. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro; für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre ist er frei. Der Ausstellungskatalog kostet 22 Euro.

Kontakt:

Altes Rathaus Ingelheim

DE-55218 Ingelheim am Rhein

Telefon:+49 (06132) 77 20 75

Telefax:+49 (06132) 77 44 56

E-Mail: info@internationale-tage.de



22.10.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Marianne Hoffmann

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Veranstaltung vom:


05.09.2020, Paul Klee. Tierisches

Bei:


Altes Rathaus Ingelheim

Stilrichtung:


Expressionismus

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Bauhaus

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Primitivismus

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Moderne Kunst

Bericht:


Bilder zwischen Pointillismus und Neoimpressionismus

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Ein Romantiker unter Rationalisten

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Himmlische Boten







Paul Klee, Fliehender Urchs, 1939

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Paul Klee, Wasserturmvogel, 1937

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Paul Klee, Weib und Tier, 1904

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Katze Bimbo seitlich liegend, Dessau, 1931

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Paul Klees Katze Bimbo mit Igel, Dessau, 1931

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Paul Klees Katze Nuggi (Güggeli ?), Obstbergweg 6, Bern, 1906

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Paul und Lily Klee mit Katze Bimbo, Kistlerweg 6, Bern, 1935

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Paul Klee mit der Katze Fripouille, Possenhofen, 1921

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Paul Klee, Tiere begegnen sich, 1938

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Paul Klee, Sie brüllt, wir spielen, 1928

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Paul Klee, Ausbrechender Bock, 1939

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Paul Klee, Drohendes Haupt, 1905

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Paul Klee, Studie nach einem greisen Dromedar, 1914

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