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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Corona-Konfusion: Sotheby’s hält nun seine vom Mai verschobenen New Yorker Prestigeauktionen ab, den Hammer schwingt Oliver Barker aber in London und lässt sich weltweit übertragen

Gefühl von Sonne und Strand



Francis Bacon, Triptych Inspired by the Oresteia of Aeschylus, 1981

Francis Bacon, Triptych Inspired by the Oresteia of Aeschylus, 1981

Die „Orestie“ des Aischylos hat den irischen Künstler Francis Bacon zeit seines Lebens tief beeindruckt. Mehrmals setzte er sich künstlerisch mit dieser griechischen Tragödie auseinander und widmete ihr 1981 auch eines seiner berühmten Triptychen, die als seine Hauptwerke gelten können. Drei amorphe, zum Teil blutig verschmierte Körperfragmente schweben dort in unklar abgegrenzten und durch Binnenräume zusätzlich verschachtelten Zimmern, von denen zwei halb geöffnete Türen ins schwarze Nichts führen. Auf dem Markt rangieren Bacons Triptychon regelmäßig alle paar Jahre unter den teuersten Kunstwerken: „Three Studies of Lucian Freud“ von 1969 führte die Auktionsrekordliste im November 2013 mit 127 Millionen US-Dollar sogar für rund eineinhalb Jahre an. „Triptych Inspired by the Oresteia of Aeschylus“ ist bei Sotheby’s zumindest das Toplos der Abendversteigerung zeitgenössischer Kunst in New York, versehen mit einer Schätzung von 60 bis 80 Millionen Dollar.


Die Corona-Krise hat auch Sotheby’s getroffen und für einiges Durcheinander gesorgt. Die prestigeträchtigen New Yorker Abendauktionen mit Kunst des Impressionismus, der Moderne, Nachkriegszeit und Gegenwart, die traditionell Anfang Mai stattfinden, wurden nun auf den 29. Juni verlegt. Doch hat der Lockdown auch Innovationen gebracht. Damit möglichst viele Kunden und Interessenten eingebunden werden, überträgt Sotheby’s die Versteigerungsfolge ab 18:30 Uhr New Yorker Ortszeit live per Videostream im Internet. Oliver Barker, der Auktionator des Abends, sitzt aber in London und hat sich dort eine „Kommandozentrale“ eingerichtet, in der er die Gebote der Experten in New York, Hongkong und London telefonisch oder über die eigene Onlineplattform entgegennimmt und die Zuschläge erteilt.

Nur dreißig Nummern listet der kleinformatig gedruckte Katalog für die „Contemporary Art“, aber die haben es mit ihrer Gesamttaxe von mindestens 171 Millionen Dollar in sich, was einen Durchschnittswert von fast 6 Millionen Dollar ergibt. Das liegt vor allem an einer Handvoll hochpreisiger Offerten, zu denen mit Roy Lichtensteins „White Brushstroke I“ von 1965 aus einer größeren Serie dieser Jahre auch das Highlight der Pop Art gehört (Taxe 20 bis 30 Millionen USD). Die bedeutende Harry W. and Mary Margaret Anderson Collection – das Ehepaar starb 2018 bzw. 2019 – steuert mehrere kapitale Stücke des Abstrakten Expressionismus bei. Darunter sind Clyfford Stills überwiegend schwarz-weiß-rote Farbinseln in „PH-1944 (1947-Y-No. 1)“ mit kleinen Gelb-Einsprengseln für 25 bis 35 Millionen Dollar, Mark Rothkos 1969 ein Jahr vor seinem Freitod entstandenes dunkel leuchtendes Farbfeld „Green, Blue, Green“ für 7 bis 10 Millionen Dollar und ein etwas optimistischer an Strand und Sonne erinnerndes „Deep Blue, Yellow, Red“ von Sam Francis aus dem Jahr 1956 für 5 bis 7 Millionen Dollar.

Gegenständliches aus der Sammlung Anderson, aus der sich auch Teile der heutigen Bestände des San Francisco Museum of Modern Art und des Iris & B. Gerald Cantor Center for Visual Arts an der Stanford University durch Schenkungen speisen, gibt es in Form von Richard Diebenkorns Felderlandschaft „View from a Porch“ aus dem Jahr 1959 (Taxe 9 bis 12 Millionen USD). Henry Moores „Reclining Connected Forms“ mit einer horizontalen Menschenabstraktion von 1969 in einem zwei Jahre jüngeren Guss hat dieselbe Provenienz (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Auf dem Preisschild von Donald Judds unbetiteltem, rotem, mit Sand körnig strukturiertem Relief samt Eisenrändern von 1962 stehen ebenfalls 4 bis 6 Millionen Dollar. Es handelt sich um die erste Wandskulptur des damals etwa 34jährigen Minimalisten. Zuletzt im Frühling vergangenen Jahres in New York öffentlich ausgestellt war Jean-Michel Basquiats „Untitled (Head)“ in Totenkopfgestalt von 1982, dem für die Karriere des Anfang-Zwanzigjährigen wohl wichtigsten Jahr (Taxe 9 bis 12 Millionen USD).

Derzeit zu den bekanntesten jüngeren Künstlerinnen auf internationalem Parkett gehört die 1977 in England geborene Lynette Yiadom-Boakye, die 2013 für den Turner Prize nominiert war. Ihr großformatiges Portrait eines nachdenklichen jungen Schwarzen von 2016 ist charakteristisch für ihre an den Expressionismus erinnernde Malerei (Taxe 300.000 bis 400.000 USD). Die gut eine Generation ältere Vija Celmins machte sich mit See- und Sternbildern einen Namen. Ihr „Night Sky #7“ von 1995 ist das größte Gemälde, das bislang auf einer Auktion zu haben war, und war erst kürzlich in einer großen Wander-Retrospektive in San Francisco, Toronto und New York zu sehen (Taxe 6 bis 8 Millionen USD). Noch einmal gut zehn Jahre älter ist die 1929 geborene Japanerin Yayoi Kusama, ihr Markenzeichen unzählige farbige Punkte, die sie auf Leinwänden, Skulpturen, Räumen, Straßen oder Menschen anbringt. 1999 verwandelte sie dies in „Infinity Nets (G.E.R.)“ zu einem faszinierenden golden-blauen Geflecht (Taxe 2 bis 3 Millionen USD).

Aus Deutschland kommt Anselm Kiefers Ölgemälde „Der Ölberg“ mit Baumstümpfen und einer Engelsgestalt von 1981, das erst vor knapp fünf Jahren bei Christie’s für netto 850.000 Dollar über die Bühne ging und nun in diesem Preisrahmen wieder antritt. Der 40jährige Schweizer Nicolas Party absolviert mit dem plakativen Groß-„Portrait“ auf schreiend rotem Grund von 2015 für 400.000 bis 600.000 Dollar seinen ersten Auftritt auf einer großen New Yorker Abendauktion. Vier Jahre jünger war der kanadische Maler Matthew Wong, der sich im Oktober 2019 das Leben nahm. Mit seinen ornamentalen und verspielten, aber auch mystischen und elegischen Landschaften war der Autodidakt einer der aufstrebenden Künstler der New Yorker Szene. Von seinem Können zeugt seine unwirklich zwischen Tag und Nacht changierende farbenfrohe Waldgegend „The Realm of Appearances“ von 2018, das mit 60.000 bis 80.000 Dollar günstigste Kunstwerk der Abendauktion.

Über 450 Werke konnte Sotheby’s aus der Sammlung der 2019 verstorbenen Galeristin Ginny Williams akquirieren. Eine erste Tranche von 18 Stück steht in einem eigenen Katalog ebenfalls am 29. Juni auf dem Programm. Sie bringen noch einmal knapp 36 Millionen Dollar auf die Waage. Dem Anliegen der 1927 in Virginia geborenen Williams entsprechend, mithilfe ihrer 1985 in Denver eröffneten Galerie insbesondere Künstlerinnen auf dem Markt zu etablieren, werden hier fast ausschließlich Werke von Frauen versteigert, nicht zuletzt Repräsentantinnen des Abstrakten Expressionismus. Dazu gehören Helen Frankenthalers fast vier Meter breites, vorwiegend orangegelbes Farbmeer „Royal Fireworks“ von 1975 (Taxe 2 bis 3 Millionen USD) oder Lee Krasners fast quadratisches „Re-Echo“ von 1957 mit schwingenden rhythmisierten Kreisformen (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Gleich dreimal ist Joan Mitchell mit ungestümen Linien- und Kritzelstrukturen zugegen: „Liens Colorés“ aus der Zeit um 1956, eine 1961/62 veranstaltete „Garden Party“ und das fast drei Meter hohe, der Gegenständlichkeit sich zumindest annähernde „Straw“ von 1976 sind allesamt zwischen 4 und 7 Millionen Dollar veranschlagt. Für den Minimalismus stehen Agnes Martins „Mountain Flowers I“ von 1985, charakteristisch durch die schmalen Querstreifen in zartem Grau auf weißem Grund (Taxe 2 bis 3 Millionen USD).

Als gegenständliche Malerin wurde Alice Neel durch kräftig konturierte Portraits wie das der Künstlerkollegin und Mäzenin Lilly Brody aus dem Jahr 1977 für 500.000 bis 700.000 Dollar bekannt. Von Georgia O’Keeffe gibt es eine zarte, 1930 gemalte „New Mexico Landscape and Sand Hills“ für 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar. Wichtigste Bildhauerin der Collection ist Louise Bourgeois. Von ihr besaß Williams bei ihrem Tod die weltweit größte Privatsammlung. Zu haben sind ein 1989 datiertes „Untitled (with Growth)“ mit euterartigen Erhebungen aus rosafarbenem Marmor (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD) und der schlanke, hochaufragende bronzene „Observer“ aus den späten 1940er Jahren in einem von insgesamt sieben Güssen von 1989 (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD). Zwischen Design und Skulptur hat Bourgeois ihre zweiteilige Körperfragmentierung „Eye Benches I“ von 1996/97 aus schwarzem Granit angesiedelt (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD). Von männlicher Seite beteiligen sich unter anderem Richard Tuttle mit der sonnengelben Wandschlaufe „Yellow Dancer“ von 1965 (Taxe 300.000 bis 500.000 USD), Ellsworth Kelly mit seinem verzogenen Viereck „Purple Panel“ von 1986 (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD) und Robert Rauschenberg mit der weiß übermalten Zeitungscollage „State“ von 1958 (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD).

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



25.06.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Matthew Wong, The Realm of Appearances, 2018

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Lynette Yiadom-Boakye, Cloister, 2016

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Taxe: 300.000 - 400.000 USD

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Alice Neel, Lilly Brody, 1977

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